Wildbienen: Hier die “Gehörnte Mauerbiene”
Die rot-schwarze, haarige Wildbiene
Aus dem Fenster schauen
Die Mauerbienen-Männchen – zu erkennen an ihrem weissen Bart – schauen nach dem aufbrechen des Lehmpfropfens erst einmal aus dem Fenster. Sicher gehen dass keine Fressfeinde wie Vögel in der Nähe sind, bevor es rausgeht um sich aufzuwärmen.

Sonne scheint.... alles gut
Die Sonne wärmt den kleinen Körper und schafft Betriebstemperatur. Nach einigen Minuten können die ersten Orientierungsflüge starten.

Sonne tanken
Direkt nach dem Aufbrechen der “Mauer” wärmt sich das Mauerbienen-Männchen an der Sonne auf um auf Betriebstemperatur zu kommen. Die Körperhaare sehen noch ein wenig nach “Morgenfrisur aus”.

Wildbienen sind meist schon bei sehr tiefen Temperaturen aktiv. Dieses Jahr habe ich heute die ersten Männchen entdeckt. Die Wildbienen legen ihre Eier in Rohre oder Löcher in Holzblöcken. Zuerst immer die weiblichen Eier. Das Legeverhalten ist immer gleich: Ei ablegen, dann Pollen als Futtervorrat eintragen und zuletzt eine Trennwand aus Lehm bauen. Danach folgt das nächste Ei. Da die Männchen immer als erstes schlüpfen, werden die männlichen Eier zuletzt gelegt. Die Männer erkunden nach dem Schlupf die Gegend, bleiben aber immer in der Nähe ihres Geburtsortes. Sie wissen dass bald nach ihnen die Weibchen schlüpfen werden, welche sie direkt nach dem Schlupf begatten.
Kaum begattet, sind die Weibchen in der Lage Eier zu legen – sie können selber entscheiden ob sie befruchtete oder unbefruchtete Eier legen. Daraus entscheidet sich, ob es eine weibliche oder eine männliche Larve wird.
Wildbienen sind domestizierte Solitärbienen. Das heisst nichts anderes, als dass sie sich direkt nach der Geburt, am selben Ort umsehen, wo sie ihr Gelege ablegen können. Sie bilden keine Kolonien oder Völker, sondern jede Biene legt ihren eigenen Nachwuchs und pflegt diesen auch selber. Nach rund 6-8 Wochen ist das alles geschafft, die Weibchen sterben und der neue Lebenszyklus beginnt im folgenden Jahr wieder von vorne. Faszinierende und spannende Sache.
Darum: Wer einmal Wildbienen in seinem Hotel hatte, wird im Folgejahr wiederum Wildbienen bei sich beherbergen können.
Übrigens: Wildbienen stechen nicht – sie haben zwar einen Stachel, der ist aber ungeeignet die menschliche Haut zu durchdringen. Darum kann man sie durchaus auch auf die Hand nehmen (wenn man sich sicher ist, dass es eine Mauerbiene ist) um sie genauer beobachten zu können.


Bild: Katja Ziltener