Dümmer gehts nimmer

Wer kommt auf die Idee an einem Bienenhaus Hand anzulegen und die Fluglöcher zu verschliessen? Wenn man sich das genau überlegt, dann wird schnell klar das braucht so einiges an destruktiver Idee. Bienen brauchen, wie jedes Lebewesen, Luft um leben zu können und sie brauchen die Möglichkeit, ausserhalb des Stockes ihrer Notdurft nachgehen zu können. Das sollte jedem vernünftig denkendem Mensch klar sein. Mutwillig an einem Bienenhaus die Fluglöcher zuzustopfen ist aus folgenden Gründen verwerflich:

  1.  Man nimmt bewusst in Kauf, dass die Bienen qualvoll sterben
  2.  Man zerstört damit fremdes Eigentum und den zukünftigen Ertrag über eine lange Zeit
  3.  Man schädigt die Allgemeinheit, da Bestäubungsleistung und damit Nahrung nachhaltig geschädigt wird
  4.  Man riskiert dabei auch (mehrfach) gestochen zu werden

Ja, man kann sich fragen warum einer das tut. Stören die Bienen? Wohl kaum, denn schon wenige Meter entfernt, sind die Bienen kaum zu bemerken, schon gar nicht in der kalten Jahreszeit. Vielleicht könnte man dieses Argument der Störung in einem dicht besiedelten Wohngebiet ansatzweise verstehen, doch auch dann würde ein normal denkender Mensch erst das Gespräch mit dem Imker suchen. Doch wenn so etwas auf dem Lande passiert, fern von Spielplätzen, Wohngebieten oder anderen sensiblen Orten? Was geht in einem solchen Kopf vor?

Schnell kommt man darauf, dass dies eigentlich nur Langeweile oder Dummheit sein kann. Es liegt mir fern dies als “Lausbubenstreich” zu sehen. Denn ein Streich hat nie den Zweck Schaden anzurichten. Vielleicht ein Verhalten resultierend aus der Corona-Frustration, welche sich bei vielen zur Zeit niederschlägt. Entschuldbar ist dies auf gar keinen Fall.

Der Geschädigte in diesem Fall ist ein Landwirt, der mit Sicherheit auch Bienen hält um die Biodiversität aufrecht zu erhalten, seine Erträge durch eigene Bestäubung stabil zu halten und mit dem Ertrag aus dem Verkauf von Honig die Haltung der Bienen zu finanzieren. Auch wenn die Täterschaft gefasst wird, was eher unwahrscheinlich sein dürfte, Geld macht den Schaden nicht wieder gut. Die Völker sind verloren, dies in der wohl kritischsten Phase des Jahres – zu reparieren ist hier nicht viel bis nichts. Bis aus den überlebenden Völker die Nachzucht für die verlorenen Völker abgeschlossen ist, werden Jahre vergehen. Jahre in denen der Honig fehlt, der Ertrag fehlt und Stunden über Stunden an Arbeit.

Traurig und beschämend.

Der Anblick toter Bienenvölker ist kein schöner